Kromfohrländer vom Etzelberg


                                                                                             Cystinurie

 

Hunde sind Lebewesen. Sie können erkranken, das ist schlimm für das Tier und die Besitzer.

Als mit knapp einem Jahr ein Rüde aus Biscottinis A-Wurf daran erkrankte, hatten wir von der Stoffwechselkrankheit Cystinurie kaum etwas gehört. 

Zum Glück hatten die Besitzer bemerkt, dass der Hund vergeblich versuchte zu urinieren und sind mit ihm sofort in die Tierklinik gefahren.

Dort stellte man fest, dass in seiner Blase und im verstopften Harnleiter Cystin-Steine saßen. In einer OP wurde sie entfernt.

Dank einer speziellen Ernährung und regelmäßiger Harnkontrolle geht es dem kleinen Burschen heute sehr gut. Er wird liebevoll betreut und ist ein fröhlicher, quirliger Kromi.

Vielen Dank an Steffi und Carsten.

 

Was ist Cystinurie und wie entsteht sie?

 

Gleich vorneweg: Diese Stoffwechsel-Störung gibt es auch beim Menschen und einigen anderen Hunderassen (wahrscheinlich sogar in jeder!).

Auch Mischlinge erkranken daran, wenn ihre Eltern die Anlagen tragen.

Nur weil bei den Kromfohrländern offen darüber berichtet wird, sind die Hunde dieser Rasse nicht häufiger davon betroffen als andere !!!

Bei dieser Stoffwechsel-Erkrankung werden die entstehenden Cystin-Kristalle nicht durch die körpereigenen Aminosäuren abgebaut, sondern lagern sich in Blase und dem Harnleiter ab. Insbesondere beim Rüden kann dies zur Verstopfung der engen Harnröhre führen und schlimmstenfalls

zum Nierenversagen.

 

Da aus Biscottinis Wurf ein Hund daran erkrankt ist, müssen sie und der Hundevater unseres A-Wurfes Albo-Aisbär von der Augustusstadt Träger des Cystinurie-Gens sein, ohne selbst daran erkranken zu müssen. Die Trägerschaft kann man nur anhand eines Gen-Tests (den es für Kromfohrländer noch nicht gibt, lediglich für Neufundländer) feststellen oder wenn ein Nachkomme daran erkrankt.

 

Auch der viel erwähnte COLA-Test (Untersuchung des Urins und Bestimmung von vier Aminosäuren) gibt nur eine aktuelle Erkrankung an, nicht aber eine Trägerschaft. Wenn auf Züchter-Homepages zu lesen steht:

"Beide Zuchttiere haben einen unauffälligen Befund beim COLA-Test" können die Hunde dennoch die Cystinurie vererben, sind nur selbst ( zum Zeitpunkt des Urintestes) nicht daran erkrankt. Nur ein Gen-Test würde Sicherheit geben.

Wir hatten uns daher entschlossen, keinen weiteren Wurf mit Biscottini zu haben. Das Risiko wieder auf einen Rüden zu treffen, der dieses Gen trägt, erschien uns ohne Gen-Test zu groß. 

(Sommer 2010)

 

Inzwischen gibt es neue Erkenntnisse dank des Forschungsprojektes Cystinurie. Beim Kromfohrländer und Irish Terrier handelt es sich um eine Cystinurieform, die nur im Zusammenhang mit männlichen Sexualhormonen auftreten kann. Daher wird künftig von Rüden vor dem Zuchteinsatz ein COLA-Test

gemacht und nur Rüden mit unauffälligen Werten kommen zum Zuchteinsatz.  Die Hündin braucht deshalb auch keinen COLA-Test zu machen. An der Entwicklung des Gen-Testes wird weiterhin geforscht.

Ausführlich erklärt wird dieses Thema auf der Seite des RZV (Rassezuchtverein der Kromfohrländer) und auf der Homepage des Kromfohrländer-Zwingers "vom Schloß Blankenstein"

(Mai 2017)